Die Südumfahrung Küssnacht wird gemeinsam vom Kanton Schwyz und vom Bezirk Küssnacht geplant und realisiert. Die Linienführung im Abschnitt 1 vom Ebnet bis zur Räbmatt ist weitgehend unbestritten; der Nutzungsplan ist bereits rechtskräftig. Im Abschnitt 2 von der Räbmatt bis zum Breitfeld führte die Ausgestaltung der Südumfahrung im Bereich Stadelmatt/Schickerbach zu Diskussionen.
Drei verschiedene Varianten diskutiert
Während das Basisprojekt von Kanton und Bezirk eine teilweise offene Linienführung im Bereich Stadelmatt vorsah, forderte die aus Landeigentümern und Anwohnern zusammengesetzte „IG für eine gedeckte Südumfahrung“ eine tiefere Linienführung und eine weitgehende Überdeckung, die im Vergleich zum Basisprojekt rund 45 Mio. Franken mehr gekostet hätte. Eine vom Küssnachter Fritz Stocker eingereichte Einzelinitiative verlangte die tiefere Linienführung kombiniert mit einer im Vergleich zum Basisprojekt zusätzlichen Überdeckung von rund 130 Metern. Die Mehrkosten für diese Variante wurden auf rund 15 Mio. Franken geschätzt und hätten vom Bezirk Küssnacht übernommen werden müssen.
Verschiedene Projektoptimierungen
In direkten Gesprächen mit der „IG für eine gedeckte Südumfahrung“ konnte Baudirektor Othmar Reichmuth einen politischen Kompromiss erzielen, der auf verschiedenen Projektoptimierungen basiert. Kernstück ist die Tieferlegung der Strasse im Bereich Stadelmatt/Schickerbach auf das bestehende Terrain und damit der Verzicht auf den geplanten Damm. Gleichzeitig kann der Tunnel Pfaffenhaut in der Stadelmatt um 55 Meter verlängert werden. Im Breitfeld wird zum Schutz der Anwohner ein zusätzlicher Tagbautunnel von 100 Metern Länge erstellt.
Basis für die Einigung
Diese Massnahmen bewirken, dass etwas weniger Kulturland beansprucht wird und die betroffenen Landwirte die bestehenden Bewirtschaftungsformen beibehalten können. Die Absenkung der Strasse um rund vier Meter lässt die Möglichkeit offen, die von der „IG für eine gedeckte Südumfahrung“ geforderte weitergehende Überdeckung zu einem späteren Zeitpunkt realisieren zu können. Die in der „Einzelinitiative Fritz Stocker“ formulierten Zielsetzungen werden mehr als erfüllt. Die Interessen der IG, der Einzelinitiative sowie von Kanton und Bezirk sind nach Überzeugung von Baudirektor Othmar Reichmuth nun so nah zusammengerückt, dass eine Verzettelung in verschiedene Varianten nicht mehr gerechtfertigt ist. Die zusätzlichen Kosten von grob geschätzten 15 Mio. Franken teilen sich der Kanton und der Bezirk Küssnacht.
Rückzug der Einzelinitiative
Die erzielte Einigung für die Ausgestaltung des zweiten Abschnitts der Südumfahrung vereinfacht auch die Abstimmung im Bezirk Küssnacht. Da die Forderungen der „Einzelinitiative Fritz Stocker“ mit den vorgenommenen Anpassungen erfüllt werden, hat Fritz Stocker seine Initiative zurückgezogen. Damit entfällt auch die Variantenabstimmung für den zweiten Abschnitt.
Abstimmung im Frühjahr 2012
Der Terminplan für die Südumfahrung Küssnacht sieht vor, dass die Stimmberechtigten des Bezirks Küssnacht am 16. April 2012 an der Bezirksgemeinde und am 17. Juni 2012 an der Urne über die Baukredite abstimmen können. Bei Annahme der Baukredite werden anschliessend die Bauprojekte öffentlich aufgelegt, und im Sommer 2013 wird der Kantonsrat über den Kantonsanteil entscheiden. Damit könnte bei optimalem Verlauf im Jahr 2015 mit dem Bau des ersten Abschnitts der Südumfahrung begonnen werden.
Südumfahrung als Teil eines übergeordneten Verkehrssystems
Die Südumfahrung Küssnacht stellt zusammen mit dem Vierspurausbau der Zugerstrasse, der Verbindung von Zuger- und Artherstrasse, dem Ausbau des A4-Autobahnanschlusses Küssnacht, den flankierenden Massnahmen zur Verkehrsberuhigung im Dorfkern und der Schaffung von neuen Parkräumen ein Gesamtpaket zur Entlastung des Küssnachter Dorfzentrums vom Durchgangsverkehr und zur weiteren Steigerung der hohen Wohn- und Lebensqualität dar.
Weitere Informationen:
Regierungsrat Othmar Reichmuth, Telefon 041 819 25 00
Bezirksrätin Carole Mayor, Telefon 079 208 85 68